Veterinary Public Health Institute

Laufende Projekte

Equi-Commun

Wie steht es um Equi-Commun, der Tierhalter-basierten Gesundheitsüberwachung der Pferde in der Schweiz?

Kontaktperson: Ranya Özcelik

Das Tierhalter-basierte online Überwachungstool für Krankheitszeichen der Schweizer Pferde "Equi-Commun" wurde nach der Pilotphase im Januar 2020 eingestellt.

Equi-Commun wurde innerhalb eines vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen finanzierten Projektes durch das Veterinary Public Health Institut (VPHI) der Vetsuisse Fakultät an der Universität Bern ins Leben gerufen. Das Ziel des Projektes war es, das Potenzial von Tierhalter-basierten Beobachtungen zur Gesundheit der Schweizer Pferde zu testen. Pferdehaltende erhielten die Möglichkeit, freiwillig Krankheitszeichen ihrer Pferde auf einer Online-Plattform zu melden. Wir wollten erforschen, inwiefern so gesammelte Daten für die Früherkennung von Infektionskrankheiten nützlich sein können. Im Juli 2017 wurde eine Schweizweite Online-Umfrage an 7500 Pferdehaltende versendet. Durch die Umfrage konnte die Einstellung der Pferdehaltenden gegenüber einer Tierhalter-basierten Gesundheitsüberwachung erfasst werden. Die Umfrage hat ergeben, dass die Mehrheit der TeilnehmerInnen eine solche Idee begrüssen und die Plattform nutzen würden. Equi-Commun wurde daraufhin im Oktober 2018 aufgeschaltet. Mit der Freischaltung wurde Equi-Commun in verschiedenen Printmedien, sozialen Medien, Veranstaltungen und Tagungen der Pferdewelt vorgestellt. Bis Dezember 2019 hat Equi-Commun jedoch nur vier Meldungen erhalten. Um die Gründe der fehlenden Nutzung der Meldeplattform zu verstehen, wurden Telefoninterviews mit freiwilligen Teilnehmern der vorherigen Online-Umfrage durchgeführt. Die Interviews haben ergeben, dass Equi-Commun als Idee zwar weiterhin begrüsst wird, jedoch die meisten sich nicht mehr an das Tool erinnern konnten, bzw. nicht korrekte Erinnerungen hatten. Aus den Interviews konnte man entnehmen, dass eine erfolgreiche Umsetzung eines Tierhalter-basierten Ansatzes für die Früherkennung viel intensivere Kommunikationsarbeit bedarf. Dieser Mehraufwand wäre allerdings mit einem erhöhtem Personal-, Zeit- und Kostenfaktor verbunden und würde den Rahmen der vorhandener Ressourcen sprengen. Ausserdem erinnerten sich die Mehrheit der Befragten nach eigenen Angaben an kein spezifisches Krankheitsgeschehen ihrer Pferde, das sie hätten melden können. Die Bedenken um Konsequenzen einer Meldung, auch wenn diese anonym abgesetzt wird, im Sinne der Reaktion von anderen Pferdehaltenden, wurde ebenfalls als möglicher Grund für eine ausfallende Nutzung genannt. Das Projektteam am VPHI, zusammen mit der Begleitgruppe am Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, ziehen wichtige Erkentnisse aus den Ergebnissen dieser Studie. Dies kann für mögliche zukünftige Projekte auch anderer Forschungsgruppen von Interesse sein. Das Projektteam am VPHI sieht vor, die Erkenntnisse in einer internationalen wissenschaftlichen Publikation zu veröffentlichen.

Für Fragen und Anmerkungen kontaktieren Sie bitte Ranya Özcelik, (ranya.oezcelik@vetsuisse.unibe.ch), Projektausführende am VPH Institut, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern